Schritt 1. Standortbeurteilung und Layout
Bevor ein einziges Schraubfundament in den Boden geht, prüft ein zertifizierter Vistech-Fachbetrieb die Baustelle: Sichtung der Projektpläne, Identifikation der Lastpunkte und bei Bedarf Auswertung von Bodendaten oder eines geotechnischen Berichts gemäß DIN EN 1997-2.
Die meisten Wohnbauprojekte (Terrassen, Anbauten, Gartenhäuser) benötigen keinen geotechnischen Bericht. Gewerbe- und Hochlastanwendungen schon. Die Pfahlpositionen werden markiert, und der Fachbetrieb bestätigt die örtlichen Frosttiefen-Anforderungen.
Schritt 2. Baggerrüstung und Kalibrierung
Vistech-Fachbetriebe verwenden hydraulische Antriebsköpfe auf kompakten Minibaggern, die speziell für die Installation von Schraubfundamenten ausgelegt sind.
Die geringe Aufstandsfläche erlaubt Arbeiten in Bereichen, die ein Standardbagger nicht erreicht. Die Ausrüstung wird vor jedem Projekt kalibriert, um genaue Eindrehmoment-Werte zu gewährleisten. Die Eindrehmoment-Messung ist die primäre Methode zur Bestätigung der Tragfähigkeit im Feld.
Schritt 3. Einbringen des Schraubfundaments
Das Schraubfundament wird an der markierten Position angesetzt und mit dem hydraulischen Antrieb in den Boden gedreht.
Der Fachbetrieb überwacht drei Parameter gleichzeitig: Lot (vertikale Ausrichtung), Umdrehungszahl (Tiefe nach Steigungsberechnung) und Eindrehmoment (Tragfähigkeit). Die Drehzahl liegt typischerweise bei 15 bis 25 U/min. Die Schraubblätter schneiden den Boden, statt ihn zu verdrängen — das minimiert die Bodenstörung.
Bei einer Standard-Wohnterrasse mit 6 bis 10 Schraubfundamenten ist eine zweiköpfige Mannschaft in 3 bis 6 Stunden fertig.
Schritt 4. Eindrehmoment-Verifikation
Auf Endtiefe protokolliert der Fachbetrieb das Eindrehmoment am kalibrierten Antriebskopf. Dieser Drehmomentwert wird über einen empirisch validierten Korrelationsfaktor (spezifisch für die Pfahlgeometrie) in eine geschätzte Tragfähigkeit umgerechnet.
Der Drehmoment-Messwert ist der Qualitätssicherungs-Checkpoint. Erreicht ein Schraubfundament das Mindest-Drehmoment auf der vorgesehenen Tiefe nicht, dreht der Fachbetrieb tiefer ein, wechselt den Pfahldurchmesser oder passt das Layout an.
Schritt 5. Pfahlkopf-Montage und Nivellierung
Sobald alle Schraubfundamente auf Tragfähigkeitstiefe stehen, werden die Pfahlköpfe montiert und nivelliert.
Bei Holzrahmen-Terrassen und -Anbauten bedeutet das: Die Pfahlkopf-Höhe wird so eingestellt, dass Ihr Träger eben aufliegt — unabhängig von Geländegefälle. Das ist einer der praktischen Vorteile gegenüber Beton: Pfahlköpfe sind im Feld höhenverstellbar. Gegossene Streifenfundamente sind es nicht.